Logbuch: #13 Drei Tage Wacht

Die letzten drei Tage dieses Septembers '26 waren für mich sehr spannend. Wie ein Detektiv versuche ich, das, was ich in der Welt erkenne und im Geiste in Form von Bildern und Worten empfange, so einzuordnen, dass man es praktisch auch nutzen kann. Ob und wie mir das gelingt, ist eine andere Frage. Da ich guter Hoffnung war, dass nun etwas von den Prophezeiungen eintrifft, habe ich begonnen, etwas Buch zu führen, wie ich es wahrnehme. Allerdings hätte ich es in Gegenwartsform geschrieben lassen sollen. Denn ich habe das Bedürfnis, gesehen und verstanden zu werden, was mir bisher nicht ausreichend gelungen ist, bzw. ich bin nicht zufrieden mit dem, was ich darüber wahrnehme, wie die anderen mich wahrnehmen.

So bin ich halt ein komischer Kauz und habe meine Knacks, aber mit Mitgefühl können wir uns auch alle irgendwie noch begegnen. Daher freue ich mich, wenn ihr gewillt seid, sowohl mich überhaupt zu verstehen als auch die verrückten Zeiten, in denen wir leben …

 

MONTAG - Große Hoffnung

Ich freute mich, dass es so warm und so sonnig war. Es war doch das Wetter, das ich in meiner Vision bzgl. des teuflischen Besuchers sah, und es passte absolut, sodas es geschen konnte. Alles schien zu passen. Dazu ist es noch September und manch einer hockte jetzt am Pool und sonnte sich. Etwas, da ich in einer privaten Prophezeiung auch bei jmdm. gesehen hatte. „Es kann jetzt alles eintreffen“, dachte ich. Denn es mussten jetzt in diesen Tagen ein paar dieser Visionen eintreffen, angefangen mit der des teuflischen Besuchers und dann die des dauernd klingelnden Telefons. "Ich halte nicht nochmal ein Jahr des Wartens aus", flehte ich die Tage zu Gott. "Sonst … ich werd … ich werd noch bekloppt."

Schon die Tage bzw. die Monate zuvor habe ich immer wieder das Gefühl gehabt, dass ich an den Rand des Wahnsinns komme. Aber ich sagte zu Gott auch: „Solange diese Prophezeiungen eintreten“, die er mir gab, „kannst du mit mir machen, was du willst.“ Die Frage stellte sich nur für mich, wie sehr ich dafür Kraft habe.

Selbst das Aufwachen war an diesem Tag interessant. Denn ich hörte beim Aufwachen eine männliche Stimme, mehrfach nebeneinander auftreten und etwas düster flüsternd hauchend, wovon ich mir nur merken konnte: „… du wirst ein Opfer sein!“ Und ich spüre, dass er mein ersehntes Zusammentreffen meint. Jedoch fand ich diesen Versuch von dem Dämon, mir Angst machen zu wollen, ganz putzig, aber ich war viel zu gut drauf und vertrieb ihn mit meinem Gedanken an Jesus.

Nachdem ich etwas Sport gemacht hatte, um mich für den Ernstfall etwas aufzuwärmen, ging ich vor die Tür. So hielt ich mich am Vormittag und Nachmittag in der Nähe des Marktplatzes auf, kaufte etwas ein und besuchte jemanden in der Nähe. Allerdings bekam mir die Anspannung nicht besonders gut. Ich lief weiter herum und wartete, immer auf das Ereignis konzentriert. Viel mehr konnte ich nicht machen, vor allem, weil ich mich genau darauf konzentrierte und nebenher nicht noch groß auf Menschen zugehen konnte. Selbst einen Teil meines Einkaufs vergaß ich vor lauter Konzentration auf das Ereignis in der Kaufhalle und musste noch einmal zurücklaufen.

Gegen 16 Uhr machte ich schließlich Feierabend mit dem Herumlaufen und Warten. Viel mehr konnte ich ohnehin nicht tun.

 

DIENSTAG - Werde ich bekloppt?

An diesem Tag hatte ich keine Lust, überhaupt irgendetwas zu tun, da ich am Tag zuvor viel rumgelaufen bin. Diese innere Anspannung, wie vom gestrigen Tag, nahm mir oft Kraft und macht mich, wie in diesem Beispiel, am nächsten Tag träge. Optimistisch gedacht: Umso mehr kann sich Gott, wenn es passiert, durch mich beweisen, wenn es hart auf hart kommt.

So schleppte ich mich um ca. 10:30 Uhr wieder zur Kaufhalle, weil ich am nächsten Tag einen Grilltag machen wollte und mir nicht sicher war, ob ich am Mittwoch noch Lust hätte, rauszugehen, sollte ich an diesem Dienstag ebenso viel herumhüpfen. Dazu ist es ein Vorwand, rauszugehen und bestenfalls über den „Besucher“ zu stolpern. Aber es passierte wiedereinmal nicht und kehrte ohne Zwischenfall wieder heim, worauf ich ins tiefe Grübeln und ins Nachdenken kam.

Habe ich zu viele sündige Gedanken oder Verhaltensweisen gehabt, sodass es Gott nicht geschehen lassen will? Oder zu wenig seinen Willen getan? Zu wenig Menschen zuvor von Christus erzählt und zu wenige Menschen zurechtgewiesen oder Hoffnung geschenkt? Zu viel Vorbereitung getroffen, um irgendwie die Übersicht zu halten, und das somit zeigt, dass ich Gott zu wenig vertraue.

Ich wusste nicht, was ich tun soll. "Ich werde verrückt!", denke ich so bei mir und spiele mit dem Gedanken, mich, wenn der Monat definitiv vorbei ist, nich mit meiner „Lieblingssucht“ ordentlich von der Enttäuschung abzulenken. Alles, was ich im Moment tun kann, ist, noch ein kleines bisschen auszuharren und Gott weiter zu vertrauen, dass es geschieht.

Es würde mich wirklich zerreißen, wenn es jetzt, bestefalls heute, nicht geschehen würde. Ich klagte dementsprechend auch dem Herrn. „Bitte lasse es heute geschehen, es zerreißt mich … Ich kann nicht noch ein Jahr warten, es zerreißt mich!!!“ Ich dachte weiter nach und kam zu der Frage: Wie viel Einfluss habe ich überhaupt auf Gottes Willen, auf seine Verheißungen und Zusagen?

Als ich mich in meinem Facebook-Konto eingeloggt habe, kam als erster Post: "Niemand kann aufhalten, was Gott in deinem Leben tun wird." Ich sah das als Bestätigung für jetzt, aber im Nachhinein wird es mich auch anderweitig zu denken geben.

So trotte ich am Nachmittag wieder zwischen meinem Zuhause und dem Marktplatz umher. Auf einer der Bänke machte ich nach einer Runde, die ich drehte, Pause und ging meinen Gedanken nach: „Bin ich zu tief in meine Sünden eingetaucht? Mag deshalb der Herrgott nicht mehr, dass ich hier diese Aufgabe erledige und Teil dieser Vision bin? Nein, das geht nicht. Jeder, der einmal von Gott berufen ist, bleibt es auch. Aber warum passiert es nicht, es ist doch alles soweit vorhanden? Der „Sommer“, also die Wärme und das Licht. Es ist noch September [und weitere private Details, die passten]. — Für die Menschen bin ich schon ein (religiöser) Spinner. Freunde und Bekannte sind weitgehend freundlich oder denken sich ihr Teil, den ich in ihren Augen erkenne, aber dieser Ort braucht dieses Ereignis. Sie brauchen diese Zeichen, dass es stimmt, denn sie brauchen Jesus, den Sohn, den Schöpfer. Sie müssen an Gott glauben, sonst werden Sie die unglaublich raffinierten Tricks des Teufels, die jetzt kommen, nicht überleben.“ 😔

Mit der Zeit habe ich aber keine Lust mehr … Keine Kraft … Und das ist das Dramatische. Denn wer nicht kämpft, vor allem den inneren Kampf, der hat schon verloren bzw. ist verloren. Und wer in dieser Welt nicht in ihrem Übel ertrinken will, deren Ausführung dann als das Sündigen verstanden wird, der muss schwimmen, und dazu muss man sich auch immer wieder bewusst entscheiden. Sonst lebte man nicht in einem geisterfüllten Herzen, sondern in einem materiell orientierten Herzen. Man denkt dann nicht mehr mit den oberen Chakren, sondern mit den unteren. Und die Unteren kennen keine Moral.

Es war etwa 20 vor 4. Ich stand von der Bank auf und trottete nach Hause. Dann sehe ich jemanden an der Kreuzung der torgauerstrasse auf dem Weg an mir vorbeilaufen, den Weg den auch der Täter gehen muss. Er hat die gleiche Figur, Hautfarbe und etwa dasselbe Alter. Nur hat er einen dunklen Pullover an und ich denke so: „Vielleicht wird er jetzt seinen Pullover ausziehen und zum Vorschein kommt ein rotes T-Shirt und er geht auf die Leute los. Ich kann doch jetzt nicht einfach meinen Weg fortsetzen.“ Ich schaue im nach und denke: „Was soll ich tun? Stimmt das überhaupt, kann das sein? Was, wenn ich weiterlaufe und er es ist? ... – Nein, jetzt reichts, ich fange echt an zu spinnen.“

 

MITTWOCH - Es schmerzt

Heute Nacht konnte ich ausreichend schlafen, lag aber zum Teil auch nachdenklich mit offenen Augen da. Ich bin froh, dass ich ein paar Wochen gut enthaltsam sein konnte (trotz Vollmond) und es mich auch in den letzten Morgen nicht mehr belastet hat. Das erste Mal wachte ich gegen drei auf und forschte nochmal eine Stelle in der Bibel nach, in der es um Verantwortung geht, wenn Gott einen Menschen aus dem Volk beruft. Ich wusste nicht mehr, welche Stelle das war, und fand heraus, es war Hesekiel 33, das ich suchte. Hier fand ich mich schon '24 in den Worten wieder, als ich die ersten Durchgaben bekam, und der HERR mir auch zum Trost die Stelle Hesekiel 33,33 zeigte, als ich auf eine „meinungsstabile“ christliche Gemeinde traf, die belehrt werden musste. Selbst wenn es heute nicht geschieht, ich kann Gott nicht leugnen. Ich kann auch nicht leugnen, dass ich Botschaften von ihm bekomme und ihn wahrnehme.

Wenn es nicht geschieht, dann, weil ich etwas nicht verstehe. Bei diesen Gedanken höre ich auch immer, was atheistische Skeptiker um mich herum sagen würden: „Du verstehst nicht, dass es keinen Gott gibt und du nur paranoid bist und fantasierst. Du musst definitiv in eine Psychiatrie.“ Ich legte mich wieder hin und schlief nocheinmal. Während des Schlafens hörte ich auch mit einer normalen Stimme einen Dämon sprechen, der wohl als einer der Ewigen rüberkommen wollte, etwas, das in etwa wie „Du bist raus“ oder „Das ist dein Ende“ klang.

Ich erinnere mich wieder, dass mir am 1. Januar gesagt wurde. „Es wird dieses Jahr geschehen“, denn wenn es nicht geschieht, würde ALLES ANDERE keinen Sinn für mich machen. Und solange der September und das sonnige Wetter da sind, lasse ich diese Hoffnung auch nicht fallen.

Den Vormittag verbrachte ich im Garten und lief nach 11 Uhr über den Marktplatz zur Bank. Ich kaufte mir bei Dies&Das ein weiteres Blümchen fürs Beet und beim Bäcker etwas zu essen. Es war viel los auf dem Marktplatz. Der übliche ausländische Marktstand sowie der Eisverkäufer nutzten das gute Wetter noch einmal. Viele Leute kautfen ein, weil ihr Lohn nun auf der Bank ist. Wäre eigentlich eine gute Gelegenheit für einen Terroristen, Schrecken zu verbreiten. „Vielleicht war er das sogar gestern und hat schon mal ausgekundschaftet, wie er vorgehen würde“, dachte ich bei mir.

Nach dem Mittagessen und Mittagsschlaf hatte ich etwas Kopfschmerzen. Ich geh stark davon aus, weil ich so viel in den letzten drei Tagen herumgedacht habe. Morgen, der 1. Oktober, wird entweder einer der besten Tage meines Lebens sein, wenn ich aufstehe und ein neues Kapitel beginnt, oder es wird einer der dramatischsten und übelsten Tage sein, …

So klagte ich wieder und weinte, dass es doch heute, HEUTE sein muss, der Tag, ab dem diese Stadt zum Guten verändert wird! Auch wenn sie mit einem Schock in die Wirklichkeit geholt werden müssen. Auch wenn jmdn. verletzt wird, aber das ist alles nicht gegen das, was noch auf uns zukommt und was wir ertragen müssen.

Die Anspannung, das Fokussiertsein und das viele Denken – ich habe weiterhin Kopfschmerzen davon, während ich wieder auf einer der Bänke beim Marktplatz sitze. Mit Gartenarbeit konnte ich mich am Nachmittag gut von dem Wunsch ablenken, dass es passiert. Dabei fühlte ich hinein, welche Impulse kommen, um dies oder jenes zu tun. Auf diese Art hatte ich schon schöne Erfahrungen gesammelt und es entlastet meine menschliche Art, etwas planen zu wollen, und stattdessen in einem Fluss des Tuns zu sein. Zumindest übe ich mich weiter darin.

Ich beobachte das Geschehen um mich herum. Gestern als auch heute waren bei der Bäckerei und der Kirche Handwerker mit ihren Transportern, die ich so in der Vision nicht sah. Aber ich sah an sich nur kurze Szenen. Es war etwa 16 Uhr und ich lief noch mal eine Runde, streifte wieder über den Marktplatz, schlenderte durch die Kaufhalle und setzte meinen Heimgang an. Zu Hause angekommen mache ich Feierabend. Ende.

Habt ihr was gemerkt? Ich werde ab morgen wohl ein Gespött bei den Menschen sein. Mein Name wird in Bezug auf Prophezeiungen in einem Atemzug mit „Michael Stifel“ als negatives Beispiel genannt. Ich hab keine Ahnung, wie es nun weitergehen soll mit mir. Solange ich mich noch gefasst halten kann … ich weiß es nicht. Keine Ahnung, ob ich jetzt manisch werde oder depressiv, wenn ich diese Tage und was in mir abgelaufen ist, verdaue.

Ihr fragt euch vielleicht und das zurecht: Wo war meine Begabung, von Gott Botschaften zu empfangen, hier in diesen drei Tagen, sodass er mich belehren kann? Nun, um das zu machen, muss ich in einer Entspannung sein, und die war nicht wirklich gegeben. Zudem muss er auch reden, und auch ich muss zuhören wollen. Und ich muss dabei in der Liebe sein, bin aber gerade eher im Zweifeln. Ich zweifle, was ich wirklich von den „göttlichen Sphären“ empfangen habe und was nicht.

 

DONNERSTAG - Oktober

Der erste Oktobertag, mein Kopf dröhnt etwas. Ein Tag ohne Menschen, die mir „Glauben schenken“, oder ein Piratengesetz oder sonst eine sich erfüllende Prophezeiung, die bisher möglich gewesen wäre. Menschen, die sich hinter meinem Rücken das Maul zerreißen, werden sich jetzt bestätigt fühlen. Menschen, die nicht glauben, werden jetzt noch weniger glauben. Und manche Christen werden sich auf die Schulter klopfen, weil sie ganz genau wussten, dass ich ein falscher Prophet bin.

Ich hatte gehofft, dass etwas geschieht, damit die Menschen besser glauben können. Dass sie etwas Wundersames mitbekommen, um sich ernsthafter zu fragen, ob es Gott gibt. Ebenso gibt es zugegebenermaßen das starke Bedürfnis, dass die Menschen mich ernst nehmen sollen und mir Glauben schenken. Das ist eine seelische Wunde, die ich lange mit mir herumschleppe, doch dazu ein anderes Mal mehr.

Jetzt werde ich erstmal alles verdauen, meine Kopfschmerzen kurieren und … über alles wieder nachdenken. Wie gesagt, ich glaube weiterhin an Christus, an meine Berufung und dass er mit diesem Ort verbunden ist, ebenso dass im Grunde das, was ich empfange, auch der Wahrheit entspricht, aber irgendwie scheine ich in mir eine Strategie zu fahren, die nicht mit dem zusammenpasst, wie Gott es will.

Weiter
Weiter

Blog: Von besonders zu abnormal